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Besteuerung von Renten


Ab Juli 2017 steigen die Renten in Westdeutschland um 1,9 Prozent und im
Osten um 3,59 Prozent. Was viele Rentner nicht wissen: Rentenerhöhungen
können dazu führen, dass Rentner, die bislang keine Steuern entrichten
mussten, künftig Steuern zahlen müssen. Bereits 2016 gab es nach einer
Schätzung des Bundesfinanzministeriums ca. 3,9 Millionen steuerlich
belastete Rentnerhaushalte. Diese Zahl wird in den nächsten Jahren weiter
ansteigen.

Im Jahr 2005 begann der Einstieg in die sogenannte nachgelagerte
Besteuerung. Seitdem richtet sich die steuerliche Behandlung der
Renteneinkünfte nach dem Jahr des Rentenbeginns. Bei Renten, die
spätestens im Dezember 2005 begannen, werden 50 Prozent der Bruttorente
als steuerpflichtiges Einkommen angesetzt. Bei einem Rentenbeginn im Jahr
2017 sind es bereits 74 Prozent. Oder kurz gesagt: Je später die Rente
beginnt, desto höher ist der zu versteuernde Anteil der Rente. Jahr für
Jahr steigt der Prozentsatz des steuerpflichtigen Teils der Rente für die
jeweiligen Neurentner um zwei Prozentpunkte, ab 2021 erhöht er sich
jeweils nur noch um einen Prozentpunkt. Bei einem Rentenbeginn ab 2040 ist
die gesamte Rente steuerpflichtiges Einkommen.

In der aktuellen Übergangsphase ergibt sich der steuerpflichtige Teil der
Rente für das Jahr des Rentenbeginns durch die Multiplikation des
Bruttorentenbetrages dieses Jahres mit dem Besteuerungsanteil. Der andere
Teil der Rente, der kein steuerpflichtiges Einkommen darstellt, ist der so
genannte "Rentenfreibetrag". Nicht nur im Jahr des Rentenbeginns sondern
auch im Folgejahr wird der steuerpflichtige Teil der Rente (Jahresbetrag
der Rente des Folgejahres nach Rentenbeginn und Prozentsatz des Jahres des
Rentenbeginns) ermittelt. Der "Rentenfreibetrag" aus dem Jahr nach dem
Rentenbeginn wird für alle weiteren Jahre dauerhaft festgeschrieben und
verändert sich grundsätzlich nicht mehr.

Dies gilt auch dann, wenn die Rente durch Rentenanpassungen weiter steigt.
Rentenanpassungen erhöhen somit das individuelle steuerpflichtige
Renteneinkommen im vollen Umfang. Dadurch kann es passieren, dass auch
Rentner, die bisher den Grundfreibetrag nicht überschritten haben und
keine Steuern zahlen mussten, zukünftig Steuern entrichten müssen.

Ob man als Rentner regelmäßig eine Einkommensteuererklärung abgeben muss,
hängt von den persönlichen Verhältnissen ab. Nur das Finanzamt kann
hierüber entscheiden.
Damit das Finanzamt den steuerpflichtigen Anteil der gesetzlichen Rente
korrekt ermitteln kann, müssen Rentnerinnen und Rentner ihrer
Steuererklärung die aus-gefüllten Steuervordrucke "Anlage R" (Renten und
andere Leistungen) und "Anlage Vorsorgeaufwand" beifügen. Hierbei hilft
eine Bescheinigung der Deutschen Rentenversicherung. Die Bescheinigung
über die Rentenhöhe enthält die Angaben, welche Beträge in den
Steuerformularen eingetragen werden müssen.

Unter Angabe der Versicherungsnummer kann sie in allen Auskunfts- und
Beratungsstellen der Deutschen Rentenversicherung und beim Servicetelefon
unter 0800 1000 480 28 kostenfrei angefordert werden. Wer diese
Bescheinigung einmal beantragt hat, erhält sie jährlich automatisch
zugesandt.

Quelle: Rententipp der Deutschen Rentenversicherung

 

Irrtum "Auswirkung auf Rentenhöhe"

Viele Rentenversicherte glauben, dass sich die letzten Beitragsjahre vor
dem Rentenbeginn besonders auf die Rentenhöhe auswirken. Das ist jedoch
ein weit verbreiteter Irrtum, denn bei der Berechnung einer Rente wird
jedes Beitragsjahr in gleichem Umfang berücksichtigt.

Entscheidend ist vielmehr die Höhe des individuellen Verdienstes aus allen
Jahren, in denen Beiträge gezahlt wurden. Je höher der beitragspflichtige
Verdienst, desto höher sind auch die Rentenansprüche. Ob die Beiträge
schon zu Beginn des Erwerbslebens oder erst kurz vor Rentenbeginn gezahlt
wurden, ist in der gesetzlichen Rentenversicherung nicht von Bedeutung.

Quelle: Rententipp der Deutschen Rentenversicherung Juni 2017

 

Pflege und Teilrente

Rentner, die nach Erreichen der Regelaltersgrenze neben dem Bezug einer
Altersrente einen Angehörigen pflegen, können durch das Flexi-Rentengesetz
ihre Rente erhöhen.
Grundsätzlich zahlt die Pflegekasse seit dem 1. Januar 2017 bei Bezug
einer Vollrente nur bis zum Erreichen der Regelaltersgrenze Beiträge zur
gesetzlichen Rentenversicherung für Personen, die eine nicht erwerbsmäßige
häusliche Pflege ausüben.
Ab dem 1. Juli 2017 haben Rentner nach Erreichen der Regelaltersgrenze die
Möglichkeit, eine flexible Teilrente in Höhe von 10 bis 99 Prozent zu
wählen. So kann dieser Personenkreis mit der Wahl einer Teilrente von 99
Prozent erreichen, dass die Pflegekasse weiterhin Beiträge zur
Rentenversicherung zahlt. Der Verzicht auf einen Prozent der Rente kann
sich lohnen, da die Beiträge der Pflegekasse jeweils zum 01.07 des
Folgejahres im Rahmen der Rentenanpassung die Rente erhöhen. Nach
Beendigung der Pflegetätigkeit kann der Rentner selbstverständlich wieder
den Wechsel in die Vollrente beantragen.

Quelle: Rententipp der Deutschen Rentenversicherung

 

Rentner und Steuern

Über 100.000 Rentner in Nordrhein-Westfalen wurden vom Finanzamt angeschrieben. Sie sollen nicht nur für die vergangenen Jahre Steuern nachzahlen, sondern auch noch hohe Zinsen. Es trifft sogar Menschen, die in Altersarmut leben.

Zurzeit bekommen über 100.000 Rentner in Nordrhein-Westfalen in einem Massenverfahren böse Briefe vom Finanzamt: Nur vier Wochen später müssen sie die Steuererklärungen ab 2005 abgeben. Werden hier böse Steuersünder erwischt? Für Heinz Wirz vom Bund der Steuerzahler steht fest, das Problem hat eine andere Ursache: „Hier ist der Finanzverwaltung der Vorwurf zu machen, dass sie dieses Thema gegenüber den Rentnern schlecht beziehungsweise überhaupt nicht kommuniziert hat und vor allen Dingen viel zu spät! Sie hätte viel früher mittels Anschreiben an die Rentner diese bitten müssen: Bitte überprüft Eure Steuerpflicht! Da wäre es zu diesem Desaster, was wir jetzt haben, gar nicht gekommen.“

 

Aus dem Finanzministerium in Düsseldorf heißt es dazu nur lapidar: „Über die geänderte Rechtslage wurde (...) umfassend informiert.“

 

 Tipp vom Renten-Kompetenzcenter:  Lassen Sie Ihre Einkünfte jährlich von einem Steuerberater überprüfenn.

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